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Unsere zweite Reise mit Achmed ins suedliche Afrika geht nach Nordosten zu den grossen Naturschutzgebieten mit den wilden Tieren. Geplant ist, von Windhoek nach Botswana, durch's Okavango Delta, dann nach Zambia, um das Carnet ( Zollpapiere ) zu erneuern, von dort ueber die Victoria Faelle und Lusaka zurueck nach Namibia und durch den Caprivi Streifen zum Etosha und zurueck nach Windhoek. Einzger Fixtermin: am 31.10. muessen wir das alte Carnet ausstempeln und das neue einstempeln lassen.
Wegen der vielen Reifenreparaturen waehrend der vergangenen Tour hatten wir uns gemeinsam mit den anderen Teilhabern entschlossen, zwei neue Reifen zu besorgen. Kai und Karin vom Namib Truck Centre hatten sie mit ziemlichem buerokratischem Aufwand in Suedafrika bestellt, wo es dann just vor unserer Ankunft zu Streiks der Minenarbeiter und des Transportwesens kam. Folge: unsere Reifen sind noch nicht da als wir ankommen. Da uns das Risiko, auf den Pisten im Okavango mit weiteren Reifenschaeden liegen zu bleiben und unseren Zolltermin nicht zu schaffen, zu gross ist, drehen wir die Tour um, da wir im Caprivi komplett auf Asphalt fahren koennen. Also reservieren wir fuer 3 Naechte Camps im Etosha, da es dort angeblich immer eng wird. Kaum ist das erledigt, ruft Kai an und teilt uns mit, dass die Reifen jetzt angekommen sind und gleich am Montag montiert werden koennen. Das Wochenende bis dahin verbringen wir mit Ulla & Klaus bei interessanten Gespraechen, Austausch von Tipps und Erfahrungen und vor allem mit viel Lachen. Dann geht's los; fuer die Beiden nach einer Abkuehlung in Swakobmund nach Hause, fuer uns zum Reifen aufziehen und Richtung Norden.
Wir koennten die Tour jetzt doch wie geplant fahren, aber da wir Etosha fest gebucht und schon bezahlt haben, belassen wir es bei der Umkehrung.
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Zuerst geht es zum Waterberg Plateau; neben anderen Tieren kann man hier auch zwei Breitmaulnashoerner sehen und zwar nicht aus dem Auto, sondern wir naehern uns ihnen zu Fuss; wir sind sozusagen auf Augenhoehe mit diesen maechtigen Tieren. Riskieren kann man das nur, weil die White Rhinos erstens schlecht sehen und zweitens oder vielleicht deshalb wenig agressiv sind und wir natuerlich einen Fuehrer haben, der mit den Tieren vertraut ist. Auge in Auge kommt die wirkliche Groesse und Masse voll zu Geltung und floesst uns maechtig Respekt ein; macht aber Lust auf mehr walking Safari.
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Auf dem weiteren Weg zum Etosha kommen wir immer wieder an riesigen Buschfeuern vorbei, einem generellen Problem in Namibia wegen der anhaltenden Trockenheit. In den beiden Jahren davor hatte es extrem viel geregnet und deshalb steht jetzt das verdoerrte Gras viel hoeher als normal und bietet jedem Funken Nahrung im Ueberfluss, um sich zu einem unkontrollierbaren Flaechenbrand auszuwachsen. Auch Andreas und Babette hatten auf Ongeama einiges an Weide verloren, aber es hielt sich in ertraeglichen Grenzen.
Im Etosha Naturschutzgebiet ist der Busch ebenfalls grossflaechig abgebrannt, wie wir bei unseren Fahrten waehrend der 4 Tage feststellen muessen. Dass es immer noch nicht geregnet hat, hat fuer uns Touris den grossen Vorteil, dass sich viele Tiere an den wenigen verbliebenen Wasserloechern draengeln. So sehen wir riesige Herden Zebras, Gnus, Kudus, unzaehlige Elefanten, Giraffen, Impalas, verschiedene Antilopenarten sowie Spitzmaulnashoerner - Black Rhinos ( kleiner und agressiver als die mit dem breiten Maul ), Schakale und auch noch ein Loewenpaerchen im Sonnenuntergang. Tiere machen den ganz grossen Reiz aus; landschaftlich gibt es kaum Abwechslung: alles ist flach, nur die riesige Salzpfanne im Zentrum ist noch etwas flacher. Erstaunlich, dass ueberhaupt so viele Tiere hier Nahrung finden koennen; aber sie muessen auch taeglich enorme Strecken zuruecklegen, um ihren Kalorienbedarf zu decken.
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Auch die weitere Strecke zeichnet sich durch nur zwei Dimensionen aus: Tiefe und Breite; Hoehe und damit auch gleichzeitig der Horizont ist durch Baeume und Busch definiert und damit betraegt die Sicht meist nicht mehr als 50 Meter rechts und links der Strasse. Dafuer gibt es aber eine dramatische Aenderung der besonderen Art auf dem Weg zum Okavango und Caprivi Streifen. Zwischen Grootfontain und Rundu passieren wir das Tor im Veterinaerzaun, der quer durchs Land geht und das kommunale Gebiet im Norden vom komemrziellen Farmgebiet suedlich davon trennt. Zum Grund dafuer kommen wir etwas spaeter.
Bisher waren wir ausschliesslich suedlich dieses Zaunes unterwegs. Es ist das Land der grossen Farmen, ueberwiegend von weissen Namibianern bewirtschaftet, die kommerzielle Rinderzucht betreiben. Das Land ist eingezaeunt, so dass, wie schon im ersten Bericht erwaehnt, weder Mensch noch Tier auf der Pad ( Strasse, Piste etc. ) zu sehen sind. Man kann als Camper also auch nicht ins Gelaende fahren und wild stehen. Diese Farmen, vereinzelt auch von schwarzen Namibianer betrieben, erfuellen zum groessten Teil die strengen und kostspieligen Auflagen der EU und exportieren ihr Fleisch nach Europa. Neben Bodenschaetzen und Tourismus der staerkste Wirtschaftsfaktor des Landes.
Nun fahren wir durch dieses Tor im Veterinaerzaun ins kommunale Gebiet und trauen unseren Augen nicht: von einem Meter zum naechsten sind alle Zaeune verschwunden; Rinder, Ziegen, Schafe, Esel, Huehner und viele, viele Menschen laufen auf und an der Strasse. Wir sehen keine Haeuser mehr sondern nur noch in den Staub gebaute Krals, Rundhuetten aus senkrecht in die Erde gestossenen Aesten und einem Strohdach sowie einem aus vertikal stehenden Aesten gebauten Zaun rund um den Kral zum Schutz vor Tieren und dem Wind und eventuell auch vor den Blicken der vielen Nachbarn. Innerhalb des Zauns stehen je nachdem 2 bis vielleicht bis zu 10 Huetten. Kral reiht sich an Kral, keiner hat Wasser oder Stromanschluss. Wir sind von einer Sekunde zur naechsten mitten in 'Schwarzafrika'.
Wir sind schockiert und entsetzt, so sehr, dass wir nicht einmal ein einziges Foto von dieser durchaus traditionellen Szenerie machen. Wir halten auch nicht an, denn die Menschen und vor allem die Kinder winken uns nicht; sobald sie realisieren, dass in diesem uralten Truck Weisse sitzen, halten sie die Hand auf. Und es sind viele Haende. Anhalten bedeutet, in Sekunden umringt sein von 'fordernden' Menschen.
Wie kann das sein? Das ganze noerdliche Namibia wurde als kommunales Gebiet ausgewiesen und die schwarzen Namibianer bekommen Land zugewiesen, das sie bewirtschaften koennen. Uebrigens das regenreichste und durch die Naehe zu den Fluessen fruchstbarste Gebiet Namibias. Bewirtschaftet wird, wie auch gelebt, ganz traditionell. Die Menge der Rinder ist das Mass fuer Wohlstand; also werden die Tiere 'gesammelt' statt sie ezu vermarkten, das Land ist ueberweidet, die Tiere klapperduerr und schwach und anfaellig fuer die Maul- und Klauensaeuche, die hier grassiert. Deshalb auch der Vet Zaun. Es darf kein Tier von Nord nach Sued oer gar ins Ausland exportiert werden, selbst wenn sie es nun wollten. Industrie gibt es hier nicht, d.h. die wirtschaftliche Wertschoepfung fuer das Land kommt ausschliesslich aus dem Sueden und damit ueberwiegend aus der weissen Bevoelkeruung.
Sicherlich ist das keine erschoepfende und wahrscheinlich auch keine sehr fundierte Analyse der Situation, aber fuer uns doch Anlass genug, unsere Einstellung zum 'armen Afrika und den bedingungslos bemitleidenswerten Afrikanern' zu ueberdenken und zu relativieren. Namibia ist seit mehr als 20 Jahren unabhaengig, hat seitdem eine komplett schwarze Regierung mit gebildeten, an internationalen Universitaeten geschulten Mitgliedern und trotzdem sieht das Leben in den Gebiten, die keinerlei weissem wirtschaftlichem Einfluss unterliegen, so aus wie vor hunderten von Jahren. Dann kann es doch nur so sein, dass dies sowohl von der Bevoelkerung, wie auch von der regierenden Klasse so gewollt ist, und dass allzuviel Mitleid fehl am Platz ist. Sicherlich gehen immer noch viel zu viele Milliarden aus der Ausbeutung der Bodenschaetze ins Ausland, aber das, was im Land bleibt und das, was an Entwicklungshilfegeldern rein kommt, wird ganz offensichtlich nicht in die Weiterentwicklung ( was wir darunter verstehen ) der grossen Masse der schwarzen Namibianer gesteck.
Ein weiteres Indiz dafuer finden wir beim Abstecher in den Mudumu Nationalpark. Fuer dessen touristischen Aufbau flossen etliche u.a. deutsche Entwicklungshilfe Millionen. Der Nationalpark liegt knapp 50 km von der Hauptstrasse entfernt, ueber eine Sandpiste zu errichen. Diese Piste wird gerade zur Strasse ausgebaut; ein recht ansehnliches Projekt. Die schweren Strassenbaumaschinen sind alle funkelnagelneu; made in China. Die Vermesser, Maschinenfuehrer, Vorarbeiter: Chinesen. Und dann springen noch ein paar Einheimische als Helfer herum; als gaebe es keine lokalen Firmen, die Strassen bauen koennen. Da fragt man sich natuerlich, ob diese Entwicklungshilfe nicht besser direkt nach China zur Reduzierung namibianischer Schulden aus der Zeit des Unabhaengigkeitskrieges geflossen waeren. Politisch vielleicht nicht korrekt aber wirtschaftlich wahrscheinlich sinnvoller und weit effizienter. Das Land waere freier in seiner Entscheidung, fuer solche Projekte eigene Firmen und Menschen einzusetzen und der enormen Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken. Auch wenn das nur oberflaechliche Momentaufnahemn sind, wie man sie als Durchreisender macht, haben sie doch einen starken Einfluss mit negativer Wirkung auf uns, der uns in einem permanenten Zwiespalt verharren laesst und verhindert, dass wir locker und unvoreingenommen auf die Menschen zugehen.
Wir takten unsere Etappen duch den Caprivi so, dass wir zum Termin an der Zambischen Grenze sind. Es ist uns hier schon klar, dass wir nicht die komplette Tour schaffen koennen; wenn wir Zambia bereisen, koennen wir nicht mehr nach Botswana und da das Wetter so extrem gut fuer die Tierbeobachtungen und die Fahrt ins Okavango Delta ist, wuerden wir viel lieber nach Botswana fahren. Deshalb versuchen wir unser Glueck auf eine von Ulla & Klaus geschilderte Weise, ohne Ausreise das alte Carnet ausgestempelt und das neue eingestempelt zu bekommen. Wir haben Glueck, es gelingt und so bleiben wir in Namibia und koenen am naechsten Tag nach Botswana ausreisen.
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Wie in Namibia ist auch in Botswana Camping guenstig, Lodges sehr teuer. Ausnahme sind die Nationalparks: hier sind sowohl Camping als auch Lodges extrem teuer. Und noch viel extremer verhaelt es sich mit unserem Auto; da ueber 3,5 Tonnen wuerde es das 20 bis 40 fache von einem normalen Gelaendewagen kosten. Deshalb meiden wir die Parks und erproben einen fuer uns neuen Modus: wir campen ausserhalb und gehen mit organisierten Gamedrives auf Pirsch; sowohl im Busch wie auf dem Wasser.
In Kasane stehen wir direkt am Chobe. Morgens geht es zu sechst im Landrover in den Park. Grossenteils fuehrt die tiefsandige Piste am Fluss entlang oder etwas oberhalb, so dass wir, man hoere und staune, weite Einblicke in die schoene Wasserlandschaft mit viel Gruen geniessen. Wir bekommen nicht die grosse Masse an Tieren zu Gesicht, aber doch von vielen Arten etwas ( ausser Katzen ), so auch die recht seltene Sabel Antilope (Rappenantilope). Auf der nachmittäglichen Flussfahrt haben wir noch mehr Glueck; wir sehen unter anderem Elefanten den Chobe Fluss durchqueren, sehen riesige Bueffelherden weiden, Hippos beim Grasen und Abkuehlen im Wasser, sowie riesige Krokodile, meist faul auf dem Sand in der Abendsonne liegend. Und wir treffen Simón und Thomas wieder, die wir etliche Tage vorher kennen und sehr schaetzen gelernt hatten. So haben wir Gelegenheit, einen weiteren schoenen Abend zusammen zu verbringen. Die Beiden nehmen am naechtsen Tag die Piste durch die Parks mit dem Ziel Maun und wir lassen uns mit zwei weiteren Gaesten vom Camp zu den knapp 3 Stunden enfernten Viktoriafaellen in Zimbabwe fahren. So sparen wir die Versicherung und die Strassengebuehren fuer Achmed, ganz zu schweigen von den Grenzformalitaeten und der Willkuer der dortigen Polizei ( hoerensagen ). Unsere Erwartungen sind nicht sehr hoch geschraubt, da wir wissen, dass der Zambesi extrem wenig Wasser fuehrt. So sind grosse Teile der Faelle trocken und nur die Hauptstroeme stuerzen in die Schlucht. Das hat den grossen Vorteil, dass sich die Gischt in Grenzen haelt, wir nicht pitschnass werden und die Formation der Faelle und der Schlucht in Gaenze zu sehen ist. Auch wenn man so etwas nicht tun sollte, kommen wir nicht umhin, den Vergleich mit Iguazu anzustellen. Obwohl die Vic Falls wirklich imposant sind und auch hoeher, imposanter und spannender fanden wir das suedamerikanische Pendant. Der Zambesi stuerzt ueber einen langen, fast geradlinigen Abriss ins bis zu 100 Meter tiefer gelegene Flussbett waerend der Rio Iguazu zwar lediglich 70 Meter in die Tiefe stuerzt, dafuer aber auf einer viel laengeren und zu einem U geschlaengelten Linie mit dutzenden grosser und kleiner Faelle. Dort konnte man locker einen kompletten Tag an den Faellen entlanglaufen und immer wieder neue Perspektiven entdecken, waehrend es sich hier nach einer Stunde erschoepft, zumal keine Moeglichkeiten geschaffen sind, sich irgenwo hinzusetzen, gemuetlich zu verweilen und den Anblick zu geniessen. Wir sind froh, dass wir das sehen duerfen, sind aber auch erleichtert, dass wir nur einen Tagesausflug unternommen und keine Uebernachtung gebucht haben.
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Da uns die Eintritspreise in die Parks, wie erwähnt, zu gesalzen sind und zugegebenermassen auch die Pisten zu anstrengend, fahren wir nicht quer durch den Chobe, Savuti und Moremi nach Maun, sondern fuehren unseren neuen Habitus fort, fahren aussen herum ueber Nata auf Asphalt, um dann von Maun aus ins Okavango Delta zu gehen. Die Fahrt ist lang und oede, aber die Campsites an der Strecke haben ihren besonderen Reiz. So kommen wir im Elefant Sands Elefanten so nahe wie nie. Das Wasserloch ist direkt vor der Terrasse und dem Restaurant und durch die extreme Trockenheit sind staendig dutzende Dickhaeuter hier versammelt, um sich am spaerlich sprudelnden Frischwasser zu laben. Trotz des Gedraenges erstaunlich friedlich, denken wir noch, als schlagartig Unruhe aufkommt und nun einige Bullen anfangen zu bruellen und zu kaempfen. Was ist passiert? Am Nachmittag wird der Generator fuer ein paar Stunden abgestellt und dann versiegt der Zufluss zum Wasserloch; die lebenswichtige Resource verknappt sich und schon ist das friedliche Miteinander dahin: genau wie bei uns Menschen!
Und nun ist den Tieren auch jedes Mittel recht; sie strecken sogar ihre Ruessel im Duschhaeuschen in die Toiletten, reissen den Deckel vom Spuelkasten herunter und saugen die gespeicherten paar Liter wie durch einen riesgigen Strohhalm weg. Wenn das nicht reicht, reissen sie auch Wasserhaehne ab, um diesen daemlichen Verschluss vom Rohr zu entfernen und die Quelle zu entfesseln. Aber ansonsten sind sie wirklich ganz friedlich, laufen ueber den Platz, reiben sich an den Zelten und Autos, schauen uns beim Duschen zu und gehen ihrer Wege. Trotzdem: streicheln trauen wir uns sie nicht, obwohl wir nahe genug dran waeren.
Immer wieder sehen wir unterwegs ganz bizarre Baeume. Sie haben einen maechtigen Stamm von bis zu 10 Meter Durchmesser und wenige Hauptaeste, von denen aber jeder so dick ist wie der Stamm eines ausgewachsenen Baumes unserer heimischen Waelder. Es sind Baobabs, Affenbrotbaeume. Bei einem solchen Koloss denkt man erstmal an extrem hartes Holz; aber ganz das Gegenteil. Wir kommen an umgestuerzten Riesen vorbei und sehen, dass es ein ganz faseriges, extrem leichtes und helles Holz ist. Im krassen Gegensatz dazu das Holz der lokalen Akazien, das wir oft zum Feuermachen bekommen: es ist dunkelrot, schwer und ein Scheit brennt stundenlang. Wenn wir in Andalusien solches Holz zur Verfügung haetten, wuerde auch ich mich fuer einen Kaminofen erwaermen koennen.
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Maun ist das touristische Zentrum am suedlichen Ende des Okavango Delta. Hier versickert der Strom, der hunderte Kilometer noerdlich in den Bergen Angolas entspringt, im Wuestensand und sieht nie einen Ozean. Es ist jetzt die Zeit, in der in Angola die starken Regenfaelle einsetzen, aber bis das daraus resultierende Hochwasser des Okavango hier ankommt und die jetzt trocken liegenden Ebenen flutet, vergehen noch rund fuenf Monate. Momentan fuehren lediglich die Hauptarme Wasser, einige Flachstellen sind permanent nass, der ueberwiegende Teil des Deltas liegt aber trocken. Obwohl die Hoehenunterschiede nur ein oder zwei Meter betragen reicht das aus, um Inseln zu bilden, die auch beim Hochwasser trocken bleiben. Es ist die abwechslungsreichste und faszinierendste Landschaft der ganzen Tour und die wollen wir uns auch aus der Luft anschauen. Wir machen einen einstuendigen Rundflug in nur 150 m Höhe ueber das Delta. Es ist spaeter Nachmittag, die Sonne steht flach und arbeitet die ach so kleinen Niveauunterschiede unter uns sehr plastisch heraus. Pflanzen und Tiere werfen lange Schatten und die Wasseroberflaechen reflektieren das Licht, was die Plastizitaet noch steigert.
Zurueck am Boden beschliessen wir, doch noch irgendwie ins Delta zu kommen. Wir wollen zum suedoestlichen Ende des Moremi fahren, dort campen und mit einem organisierten Gamedrive in den Park. Nach rund 5 Stunden und nur 40 km geben wir auf; die Landschaft ist strohtrocken, somit auch keine Tiere weit und breit und die Piste ist so schlecht, dass es uns und Achmed fuerchterlich verschuettelt; und wir hatten dem alten Herrn doch Erholungsurlaub versprochen. Was tun? Hannelore hatte schon immer einmal mit einer der schoenen Lodges geliebaeugelt. Aber 1000 Euro pro Nacht ist auch ihr dieses Vergnuegen nicht wert, von meiner Eintellung dazu ganz zu schweigen. Nun ist uns aber zu Ohren gekommen, dass es bei schlechter Auslastung durchaus auch einmal ein Last Minute Angebot geben kann. Hannelore macht sich auf die Suche aber alles deutet darauf hin, dass Hochsaison ist und selbst die teuersten Lodges ausgebucht sind. Aber Ausdauer fuert eben doch haeufig zum Ziel und nach Stunden kommt mein Schatz strahlend zurueck: Wilderness Safari hat ihr ein Last Minute Angebot zum Bruchteil der normalen Kosten fuer die Seba Lodge gemacht. Am naechsten Morgen fliegen wir also fuer 2 Naechte mitten ins Delta zu unserer 'Luxus Lodge Experience'.
1. Tag:
12-16 Uhr: Lunch / Ruhe / Kaffe ; 16-19 Uhr: Gamedrive ; 19-22 Uhr Dinner ; SCHLAFEN
2. Tag:
5-6 Uhr: wecken / Fruehstueck ; 6-12 Uhr: Mornig Gamedrive ; 12-16 Uhr: Lunch / Ruhe / Kaffe ; 16-19 Uhr: Mokorro ( Einbaum ) Fahrt in der Lagune ; 19-20 Uhr: Dinner ; 20-22 Uhr : Night Drive ; SCHLAFEN
3. Tag:
5-6 Uhr: wecken / Fruehstueck ; 6-12 Uhr: Mornig Gamedrive ; 12-13 Uhr: Lunch ; 14:00 Abflug
Wir sind eine kleine Gruppe; neben unserem Guide Speedy sind nur noch Gery und Floyd aus Californien dabei, mit denen wir uns auf Anhieb bestens verstehen und viel Spass haben. Speedy faehrt mit uns kreuz und quer durch den Busch immer auf der Suche nach Wild und insbesondere nach den grossen Katzen. Im Allgemeinen sind wir sehr erfolgreich, im Besonderen weniger. Es ist ja ueberhaupt ein Gluecksfall, wenn man in dieser unendlichen Weite die weniger zahlreichen Tiere sichtet. Nach dem Sundowner im Busch geht es wieder zurueck. Zeit fuer's Abendessen; es ist inzwischen dunkel und ich schaue immer wieder nach, wo denn Speedy sein GPS im Landy angebracht hat; es kann ja nicht sein, dass man sich hier ohne zurechtfindet und schon gar nicht, wenn es dunkel ist. Aber es gibt kein GPS und so kommt es wie es kommen muss: irgendwann sehen wir in weiter Ferne die schwache Beleuchtung der Lodge, aber wir bewegen uns nicht darauf zu. Hoffentlich weiss Speedy noch, wo er lang muss. Kurz darauf fahren wir auf andere spaerliche Lichter zu, die sich immer mehr vereinzeln, je naeher wir kommen und die sich dann schliesslich als dutzende Kerzen und Fackeln herausstellen. Sie erleuchten eine mitten im Busch aufgebaute lange, edel gedeckte Tafel. Wir haben ein Buschdinner mit allem was dazugehoert: Apero am Lagerfeuer, reichhaltiges Bueffet und guten Wein. Alle Gaeste der Lodge, sowie alle Fuehrer und das Management sind um die Tafel versammelt; wir haben anregende Gespraeche in sehr stimmungsvoller Atmosphaere und vergessen darueber fast, dass wir Augen und Ohren offen halten muessen: wir sitzen mitten im Busch!
Am letzten Abend erfahren wir, dass unser Rueckflug erst am fruehen Nachmittag geht und wir somit einen weiteren Morning Gamedrve gewinnen. Wenn jemand auf die Idee kommt, das koennte langweilig werden, dann irrt er. Die Stunden fliegen nur so dahin wenn man sich permanent darauf konzentriert, Tiere zu erspaehen. Leider ist unsere eigene Quote nicht besonders, dafuer hat Speedy aber Augen wie ein Luchs; manchmal macht er uns auf Tiere aufmerksam, die wir selbst dann nicht sehen koennen, nachdem wir genau wissen wo sie sind. Zum Glueck haben wir ja unser Fernglas; damit geht's dann auch. So ist es denn auch Speedy, der, schon auf dem Rueckweg, in weiter Ferne zwei Loewen im Baum entdeckt. Wir fahren naeher heran; es sind Bruder und Schwester. Sie lassen sich nicht von unserer Anwesenheit beeindrucken, sondern beobachten weiterhin konzentriert das Umfeld. Ploetzlich sprinegn sie aus ihrem Lookout auf die uns abgewandte Seite des Baums, so dass wir sie nicht mehr sehen koennen. Wir fahren hinterher und sehen jetzt, dass die Beiden von ihrer Mutter abgeholt werden. Zu dritt marschieren sie anscheinend recht zielstrebig durchs Gras. Speedy faehrt im grossen Boden an der Loewenfamilie vorbei und positioniert uns immer wieder so, dass die Koenige der Tiere auf uns zulaufen und wir sie aus naechster Naehe fotografieren koennen. Dann bleiben alle drei in einem Wasserloch fuer uns uneinsehbar hinter Schilfgras liegen. Also fahren wir um das Wasser herum und stehen wieder ganz nah bei den Loewen und erkennen, was sich abgespielt hat. Mutter Loewin hat ihre Jungsters in den Baum geschickt zu warten, waerend sie auf Jagd ging. Nun kam sie zureuck, um die Halbwuechsigen abzuholen, damit sie gemeinsam den Riss verspeisen, ein leckeres Wasserschwein. Wir stehen nur ca. 10 Meter weg und schauen dabei zu; aber das laesst die Drei voellig kalt, als wuessten sie, dass wir Fleisch gebraten oder gegrillt bevorzugen und ihnen dehalb nichts streitig machen werden.
Wir sind gluecklich, quasi auf die letzte Minute noch ein solches Naturspektakel miterleben zu duerfen und verabschieden uns vom Okavango Delta mit bleibenden Eindruecken im Gepaeck.
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Die restliche Strecke ist Pflichtprogramm; eben und oede. Was uns als Reisenden sehr zu Passe kam ist fuer Natur und Tiere eine Katastrophe: anhaltender Sonneschein. Rechts und links der Strasse liegen dutzend, wenn nicht hunderte Kadaver: Esel, Pferde, Rinder. Bei dem Anblick wuenschen wir sehnlichst Regen herbei. Unsere Reise ist so gut wie abgeschlossen, so koennen wir gut selbstlos sein.
Wir beleiben noch ein paar Tage auf dem Camping der Farm Elisenheim bei Windhoek; dort trifft amn immer etliche Traveller die entweder ihre Autos abstellen oder abgestellte Autos aktivieren und zur Reise aufbrechen. Das sind immer wieder interessante Begegnungen mit Menschen mit voellig unterschiedlichen Hintergruenden die aber mindestens eines gemeinsam haben: den Reisevirus.
Da unser Achmed in der Werkstatt nicht rechtzeitig fertig wird, bringt uns Kai nach Ongeama raus und liefert Achmed irgendwann nach. Auf der Farm gab es zwischenzeitlich Nachwuchs; drei mutere kleine Fohlen mit Araberblut springen froehlich auf der Koppel. Und ir erleben noch ein spannendes Kapitel 'aus dem Leben der Farmen' mit: am Freitag sollen 18 tiefgefrorene Embrios aufnahmebereiten Kuehen implantiert werden. Ein weiterer Schritt in der Zucht von Romagnola Rindern. Am Morgen treiben wir die Kuehe von der Weide in die Koppel. Am Mittag kommt der Implantationsspezialist aus Suedafrika, dann muss alles bereit sein. Das Programm bedeutet fuer Babette und Andreas ein ziemlich grosse Investition und entsprechend hoch ist die Anspannung. Wir helfen kraeftig mit, Hannelore als Schriftfuehrerin um die Daten zu dokumentieren, ich als Handlanger vom Doc, um die Embrios anzureichen. Trotz stressiger Zwischenfaelle geht Alles gut und in 3 bis 4 Monatenwerden wir hoeren, wieviele Embrios angenommen wurden.Wir druecken alle Daumen, dass moeglichst viele Kaelbchen mit Romagnola Blut geboren werden und die neue Zuechtung waechst und gedeit.
Am Tag darauf fliegen wir. Wir freuen unsschon richtig auf zu Hause, auch wenn wir diesmal von der Waerme in die 'andalusische Kaelte' kommen.
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Abschlußbemerkungen
Diesmal haben die wilden Tiere in ihrem natuerlichen, angestammten Habitat den bei weitem groessten Eindruck hinterlassen und nicht die Landschaften, wie beim letzten Mal.
Die groesste Verstoerung aber hat die Erkenntnis, dass wir ganz schlecht mit den Gegensaetzen und Konflikten zwischen 'schwarzafrikanischer und weissafrikanischer Kultur und Einstellung' umgehen koennen, hervorgerufen, und dass uns dieser innere Zwiespalt daran hindert, offen und unvoreingenommen, wenn ueberhaupt, auf die Bevoelkerung zuzugehen. Sollten wir diese Scheu bei den naechsten Reisen nicht ueberwinden koennen, wird unsere Afrikaerfahrung sehr einseitig und unausgewogen bleiben. Wir geben aber die Hoffnung noch nicht ganz auf, dass wir die Kurve noch kriegen.
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